// Ratgeber für naturbelassenes Rizinusöl

Rizinus - bekannt seit dem 16. Jahrhundert

Rizinuspflanze

Ricinus communis (Sarah Murray via Flickr, CC BY-SA 2.0)

Rizinusöl wird aus dem Samen des Wunderbaums gewonnen, dessen botanische Bezeichnung "Ricinus communis" lautet. Beim sogenannten Wunderbaum handelt es sich um eine Pflanze, die der Familie der Wolfsmilchgewächse angehört.

Die ersten Erwähnungen fand der Baum im 16. Jahrhundert. Der Name leitet sich vom lateinischen Wort ricinus für "Zecke" ab und begründet sich in der Form der Samen der Pflanze. (Diese erinnern in ihrer Form grob an Zecken.)

Die Pflanzenart stammt ursprünglich aus Nordafrika und dem nahen Osten; mittlerweile ist die Pflanze jedoch in allen tropischen Zonen verbreitet.

Die Pflanze wächst unter idealen Bedingungen sehr schnell und wird innerhalb von drei bis vier Monaten bis zu fünf Meter hoch. In tropischem Klima (zum Beispiel in der Karibik, wo auch das beliebte schwarze Jamaika-Öl produziert wird) kann die Pflanze bis zu 13 Meter hoch werden und einen hölzernen Stamm ausbilden.

Der Rizinus blüht von August bis Oktober. Hierbei werden rotbraune, mit weichen Stacheln besetzte Kapselfrüchte gebildet. Hier erhalten Sie Informationen zu Allergien in Zusammenhang mit Rizinus.

Botanische Informationen

Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)
Unterfamilie: Acalyphoideae
Tribus: Acalypheae
Gattung: Ricinus
Art: Wunderbaum

Ist die Rizinuspflanze giftig?

Die Samenschalen des Wunderbaums sind sehr giftig, denn sie enthalten das toxische Eiweiß Rizin. Bereits ein zerkauter Samen kann zu schwerwiegenden Folgen führen. Nach Hautkontakt mit der Pflanze und/oder dem Samen kann es zu Rötung und Juckreiz kommen. Bei dem bloßen Verdacht einer Vergiftung sollte man sich sofort an einen Arzt wenden! Hierbei sollte man nicht nur an sich selbst oder Kinder denken. Auch Tiere sind der Wirkung ausgesetzt.

Durch das Entfernen der alten Blütenstände erreicht man, dass sich die Früchte mit den Rizin enthaltenden Samen herausbilden können. Mehr Informationen zur Wirkung von Rizin haben wir hier zusammengestellt. Weiterführende Informationen finden bei der Informationszentrale gegen Vergiftungen des Landes Nordrhein-Westfalen.

Giftpflanze des Jahres 2018

Die Rizinus-Pflanze wurde zur Giftpflanze des Jahres 2018 gewählt. (Siehe Botanischer Sondergarten Hamburg.) Damit ist der Wunderbaum in guter Gesellschaft, denn es wurden auch schon Eibe, Eisenhut oder Kirschlorbeer "ausgezeichnet".

Rizinus hat viele Namen

Im deutschsprachigen Raum ist der Wunderbaum auch unter folgenden Bezeichnungen bekannt:

  • Christuspalme (vereinfachte Übersetzung von palma Christi)
  • Hundsbaum
  • Läusebaum
  • Kreuzbaum
  • Kastorpflanze (vom englischen castor oil plant)

Internationale Bezeichnungen des Wunderbaums

  • castor plant (englisch)
  • Ricin (französisch, schwedisch)
  • Ricino (italienisch)
  • Wonderboom (holländisch)
  • Ricinus (portugiesisch)
Rizinuspflanze Anbaugebiete

Rizinuspflanze Anbaugebiete
(By Anwar - Originalquelle (größer)
self-made based on FAO data, CC BY-SA 3.0, Wikimedia)

Der Wunderbaum wird in verschiedenen Teilen der Welt angebaut, da das aus den Samen gewonnene Rizinusöl sich großer Nachfrage erfreut. Es wird für medizinische, kosmetische und industrielle Anwendungen in großen Mengen benötigt. 80 Prozent der Weltmarktproduktion stammen aus Indien, Brasilien und China, wo die Pflanze gut gedeiht. (Indien produziert jährlich circa 750.000 Tonnen.)

Rizinus als Zierpflanze

Ricinus communis - Der Wunderbaum

Der Wunderbaum im Detail
(Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen)
Klicken zum Vergrößern

In Europa erfreut sich der Rizinus aufgrund seines exotischen Aussehens als Zierpflanze großer Beliebtheit. Die frostempfindliche Pflanze benötigt viel Sonne und ist ansonsten relativ genügsam.

Der Wunderbaum sollte am Besten an einem warmen und windstillen Platz kultiviert werden, wobei die Pflanze auch längere Dürrezeiten toleriert. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Kinder Zugang zu den Pflanzen haben könnten.

Beliebte Sorten des Wunderbaums sind:

  • Carmencita mit bronzeroten Blättern und auffallenden roten Blüten
  • Impala (eine Miniatursorte mit roten bis purpurnen Blättern)
  • Sanguineus mit roten Blättern und dunkelrotem Stamm
  • Gibsonii Mirabilis (eine weitere dunkel-rote Zwergsorte)
  • Zanzibarensis mit markanten grünen Blättern

Hinweis: Die in diesem Dokument enthaltenen Angaben dienen lediglich der allgemeinen Information und können eine ärztliche Beratung oder die Behandlung durch entsprechend ausgebildete Ärzte nicht ersetzen.


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